Über der Stadt,
Stadtschreibergespräch

Rot-Weißes Softeis in der Tüte drängen die Wolken von Pößneck her in den Himmel. Vorbei am Rapsfeld, von Blüten rot und blau durchwunden, geht es hinauf zum Sportplatz unter rauschenden Bäumen. Aufs Feld, in die von schweren Reifen ausgefahrene Spur trete ich, den Duft der Kamille atmend, den Blick ins grün-wuchernde Tal. Von Ranis ist nicht viel zu sehen, nur das rote Schulblockgebäude und die aufragende Burg stehen sich gegenüber. Die Gedanken sind so weit, wie das ganze Land, ein kräftiger Wind geht hier oben und bläst die letzten Zweifel aus dem Kopf.

Beim Stadtschreibergespräch beinahe familiäre Atmosphäre in kleiner Runde. Willy Meiser, Jürgen und Marianne Kohlschütter dringen in den Raum und finden durchaus Widerhall. Gut.
Wieder ein schöner Abend in der Schmiede, Gespräche über Literatur, kühles Bier und – Dank an Burkhard Hellwig – ein mit Schmiedefeuer gesalbter Rachen.

10. Juli: Stadtschreibergespräch als Versuch

Am 10. Juli gibt es um 19:30 Uhr im Gasthaus zur Schmiede wieder ein Stadtschreibergespräch. Unter dem Titel „Der Fremde in Ranis“ werde ich die erste Erzählung Alles auf Meiser für den Stadtschreiberband vorstellen und auch ein oder zwei Auszüge lesen.

Dazu spreche ich über das Motiv des Fremden (auch in seiner Ambivalenz zwischen dem Stadtschreiber selbst und der Bedeutung für das Werk), über die Entstehungsgeschichte der Erzählung und natürlich auch, wie ich zur ihrem Protagonisten, Willy Meiser, kam.

Das Stadtschreibergespräch soll damit nicht nur  den Charakter einer Lesung oder eines Gesprächs tragen, sondern auch einen Blick in die Idee, Voraussetzung und Produktion der Erzählung bieten, im großen und ganzen also der Versuch sein, eine größere, zwischen geschriebenem und gesprochenem Wort, zwischen Kunst und Leben verschmolzene Art der Literaturdarbietung zu werden.