Freitag: Büchertag

Das Geschenk, des Freundes, des Nein-Sagers, im Briefbeutel an der Tür. Das Holzschiff von Hans Henny Jahnn. Es klingt vom Text der Klappe her sehr nach meinem Empfinden und meinem Interesse. Ich trage es begeistert in die Wohnung.

Kurz nach Mittag fahre ich noch Krölpa – eine angenehme Strecke so am Wald entlang, hoch erheben sich die trotzigen Felsen. Achtung Steinschlag liest man allerorten. In Krölpa dann ins Antiquariat, ein nettes Gespräch mit Frau Seidemann, ich gehe die Regale ab – es ist vieles dabei. Aber alles kann, will ich nicht kaufen. Das Geld, das Gewicht; das schlechte Gewissen ohnehin nicht jedes Buch lesen zu können. Traven packe ich mir ein, Franzen, Hamsun.

Später erklimme ich den Berg zurück nach Ranis, halte an und sehe über das reifende Korn zum Horizont, die Zahl der Ausblicke ist hier phänomenal und beinahe schon eklatant. Ständig will ich „Oh“ und „Ach“ rufen und präge mir die Stellen ein, um sie bei Gelegenheit zu zeigen, meine Begeisterung zu teilen. Ein paar junge Ziegen meckern hell auf ihrer Wiese.