sechs | aufbrechen (30.7.2017)

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sich einen raum zu eignen machen. eine knappe woche, wenige tage nur. vorsichtig und langsam. erste gewohnheiten entwickeln, den tagen eine struktur geben. dann. schneller als gedacht: wieder aufbrechen. und du fragst dich, was das gegenteil von »sich zu eigen machen« ist. und überlegst weiter in diesen begriffen, jetzt wo das bett wieder »abgezogen« ist, du also ausziehst jetzt, weiterziehst, diesen raum verlässt, ihn dir »auseignest« oder vielleicht auch nicht, einfach innerlich daran festhältst, an diesen nun bewohnten dingen, den ersten automatismen, den schönen begebenheiten und begegnungen.
 
und natürlich deine turmfalken, auch die musst du dir auseignen, denn du hast sie ganz schön verinnerlicht, und schreibst auch schon »deine« turmfalken, und meinst dieses jungtierpärchen, das jeden tag seine spitzen schreie übers dach geschickt hat, aus ihrem kleinen horst oder wie man das nennt, und jetzt aber fliegen auch sie, seit wann genau, ist schwer zu sagen, aber so eine schöne koinzidenz, denkst du, ein zufall sicherlich, aber vielleicht ist das leben manchmal auch einfach so, dass dinge begebenheiten menschen aufeinander treffen, dass aufbruch dann auch etwas schönes sein kann, wiedersehen oder neue begegnungen anstehen, auch wenn du jetzt wehmütig bist, hier an diesem tisch, an dem du nun jeden tag schon in der früh geschrieben hast, mal mehr mal weniger, aber immer damit deinen tag begonnen hast, die falken im blick, und jetzt das leerräumen, der tischoberfläche, die bücher das manuskript den fotoapparat die stifte packst du wieder ein, in koffer und taschen, sorgst für leere, für glatte oberflächen, hinterlässt scheinbar nichts, und doch bleibt so viel, und vielleicht ist genau das ein gutes gefühl, dieser wehmut, angesiedelt zwischen schmerz und freude, und dann auch dieses verabschieden, von leuten aus der und um die jugendwerkstatt, die während deines aufenthaltes stattfindet, vier werkstätten, die innerhalb von fünf tagen großartiges leisten, jede*r auf seine weise, wunderbare texte zum thema »geräusch | krach« schreiben, collagen oder trickfilme machen, fotografien zum thema »stille« und alles so liebevoll präsentieren, dich teil davon werden lassen, dich und deine gedichte, und so ein gemeinsamer abschlussabend ist und bleibt eine große freude. ein sehr großer dank dafür.

fünf | erzählen (29.7.17)

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später gehst du in die schmiede. in genau diese kneipe, die du noch von den letzten besuchen erinnerst, und noch weißt, dass diesem ort so eine besonderheit innewohnt, nicht zuletzt durch ihren wirt hubert. und du bist die erste, es ist gegen sieben, freundlich wirst du begrüßt, eigens eine tischdecke aufgelegt, und du sitzt nun an einem runden tisch, vorne in der ecke, das licht über dir ist an, eine schmiedeeiserne lampe, ein schmales gelb, du beginnst zu lesen. leise geschäftigkeit um dich, ein hin- und herräumen, jemand dreht den radiokasten aus den 50er jahren lauter, die »single show« läuft, moderiert von einer überaus gutgelaunten stimme, dazwischen lieder zum »kuscheln«, von denen du tatsächlich jedes zweite mitsingen kannst, ohne zu wissen warum, ähnlich wie die frau am nebentisch, und du hörst weiter von männern und frauen, die ihrem vernehmen nach alle im leben stehen, einen gut job haben oder machen, nur manchmal »einem zigarettchen nicht widerstehen können«, was ihr einziger makel sei, ansonsten für fast alles an unternehmungen zu haben wären, sich für fast alles interessieren, verrückt klingt das, aber vielleicht ist ja einfach so, und du kannst dich zusehends weniger beim lesen konzentrieren, aber das macht nicht, denn der raum füllt sich jetzt.

und bis du dich versiehst, bist du teil einer stammtischrunde, denn du sitzt ja am runden tisch, und hattest aber vorher gefragt, ob das der stammtisch sei, denn in deiner alten heimat sind stammtische tabu für neuankömmlinge, hier aber gibt es kein schild, und nein, dass du hier ruhig sitzen kannst, wird dir versichert. das kurze aufklopfen von fremden händen an eben diesen tisch dann, auch das erinnerst du wieder, und dass du das von früher nicht kennst, dass du manchmal sogar darüber erschrickst, wenn du gerade liest, so etwas albernes an dir, aber jetzt nicht, jetzt erschrickst du nicht, sondern freust dich über diese begrüßung, denn du wirst einfach angesprochen, die leute wenden sich dir offen zu. renate etwa, die nur für zwei tage wieder in ihrer alten heimat hier ist, wegen dieser hochzeit, die du schon in der früh mitbekommen hast, die eigens bestellte kutsche auf dem burghof, diese hochzeit, die immer wieder gesprächsthema sein wird an diesem abend, und renate also, fragt dich sofort aus dem kleinen schanktresen heraus, ob du die neue stadtschreiberin seist.

und obwohl es nicht ganz richtig ist, weil es ja diesen stadtschreiber in der alten form nicht mehr gibt, nickst du, auftakt für einen im wahrsten sinne des wortes geselligen abend, an dem dir alte geschichten aus der burg erzählt werden: von kinderzeiten, als man sich noch leichter in der burg verschanzen, verstecken konnte, von zeiten als burgfeste gefeiert wurden und es ochs am spieß gab, der größte sechzehn zentner, ein unfassbares gewicht denkst du, und dann hörst, wie bis zu zehn leute versucht haben, den ochsen in den spieß zu wuchten, und dass das eine schau gewesen sei, und wie schade, dass es das alles nicht mehr geben würde. und dass bis zu 5000 leute am tag dagewesen wären, und wo die jetzt eigentlich seien, fragt man sich, fragst auch du dich, und überhaupt hätte sich alles so schnell geändert, ein nicken am tisch, und dann wird es manchmal ein bisschen ruhiger am tisch, und jemand sagt, von den kneipen und gaststätten sei ja auch kaum was übrig, nur die schmiede hier, immerhin, aber es seien mal sechs an der zahl gewesen, wenn es überhaupt reicht, und einen platz hätte man nirgends bekommen, und manchmal wäre das bier von einer kneipe in die andere getragen worden, wenn dort gerade keins mehr vorrätig war. und auch auf der burg wäre einiges los gewesen, und was die leute jetzt eigentlich machen, das würden alle gerne wissen, denn, auch das wird in diesem moment klar, so eine unterhaltung wie jetzt, die lässt sich nur an so einem ort, an so einem tisch führen, wo alteingesessene und leute wie du zufällig zusammen kommen, einen abend einfach so unkompliziert miteinander verbringen können, sich geschichten erzählen, ein wenig die »gegenwart tauschen«.

zwischendrin denkst du, dass du rechtzeitig zur burg hoch musst, bevor die straßenbeleuchtung ausgeschalten wird, und als du gehst, diesen warmen raum verlässt, fällt noch der geflügelte satz »noch sind die lichter an«, und du denkst, dass das auch gut ist, und nach ein paar metern aber gehen auch schon die lichter aus. der ort sofort ins dunkle getaucht, licht nur noch spärlich, und du setzt deinen weg aus tageserinnerung und vortasten zusammen, richtung burg hoch, nimmst nicht den kürzeren treppenanstieg, sondern jetzt doch lieber die kleine straße, die nach oben führt. deine augen gewöhnen sich schneller als gedacht, dein schritt wird wieder sicherer und über dir, da lassen sich anflüge von pathos und kitsch leider nicht vermeiden, dieser überdeutliche sternenhimmel, lichtpunkte, ungezählt, unerzählt, die den himmel fluten, und du in diesem moment wirklich froh, dass die straßenbeleuchtung nun doch schon aus ist, du an diesem wunderbaren ort sein kannst.

vier | arbeiten (28.7.17)

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das manuskript liegt auf dem tisch. siebzig seiten in etwa, siebzig kleine versatzstücke, die zu großen teilen im letzten jahr entstanden sind, einer inneren anordnung folgen, in dir jetzt freude, aber manchmal auch so etwas wie unsicherheit auslösen, jetzt, wo sie sich einer endgültigen form nähern.
 
und dann. arbeiten. will heißen, zu zweit arbeiten. versatzstück für versatzstück mit jemandem durchgehen, der auf so feine art und weise nahezu jedes bild prüft, es positiv hinterfragt, dein handwerk genau untersucht. und du schon im lesen oder mitlesen merkst, welche bilder stimmig sind oder gerade doch an substanz verlieren, an welchen bildern du festhalten willst und welche dich selbst ein wenig zweifeln lassen. welche eigenarten sich eingeschliffen haben, die manchmal schon fast etwas komisches gewinnen. und du dir aber auch denkst, was für ein seltener luxus, zeit für diese arbeit zu haben, zeit an diesem wirklich schönen ort, zeit für diesen entstehenden band (ein großer dank an helge!).
 
vor dem fenster. immer wieder die falken. schreien manchmal nun wie wahnsinnig, zerhacken töne in der luft, und manchmal fürchtest du, so auch jetzt, dass deine anwesenheit die eltern vertreibt, sie die jungtiere wegen dir hungern lassen, aber so ist es nicht, zwischendrin tauchen sie auf, werfen aus der luft geschickt ihre kleine beute in den horst unterm dach.
 
und arbeitest, liest weiter. spürst, dass du die konkreten situationen, die den versatzstücken oft zugrunde liegen, wieder vor augen hast, dass sie jetzt wieder deutlich werden, zutage treten. und dich freust an diesem arbeiten zu zweit, an diesem dialog, der über das geschriebene stattfindet. drei kapitel, viele handschriftlichen anmerkungen nun. streichungen, umstellungen, fragezeichen. du blätterst seite um seite, beginnst umzuarbeiten, einzuarbeiten. ein prozess, der dir in dieser auf einen band angelegten form neu ist. und genau darin auch seine schöne besonderheit hat. schicht für schicht. wegnehmen. auflegen. manche bilder brauchen mehr raum, manche mehr schliff. schichten unterschiedlicher art, in denen sich deine versatzstücke nun bewegen, immer weiter form annehmen. an diesem schönen ort.

 

drei | aufstehen (27.7.17)

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das bett steht an der wand, die burg selbst auf der gegenüberliegenden seite, hinter dem fenster. jetzt ist es früh, die falken noch ruhig, jemand bringt mit der motorsense das gras unterhalb der burg auf einen anderen stand. dazwischen, der morgen. viel licht, das ins zimmer, durch die fenster dringt, auch in dich dringt, dich weckt. und wind, das erste mal jetzt deutlich zu hören, unter den schindeln, in balken, und wie das für die falken ist, diese beiden jungtiere, das würdest du gerne wissen. aber noch sind sie nicht zu sehen, nicht zu hören, nur eine feder, flaumartig, klebt an der schindel, so ein anrührendes bild.

du stehst auf, machst kaffee, siedest also wasser in einem kleinen kocher, gießt es in eine tasse, gibst milch dazu, rührst mit dem löffel um, hörst diesem geräusch zu. siehst dich um, der raum entwickelt gewohnheiten, so wie du gewohnheiten entwickelst, du weißt, wo die dinge nun ihren platz haben, findest darin deinen eigenen, ihr eignet auch also an. die wege zwischen schreibtisch und bett sind kurz, ein paar schritte nur, aber ausreichend genug, um darin einen gedanken fassen zu können, vielleicht sogar einen ganzen satz, der versuch, den raum und seine aussichten zu begreifen. weit kannst du sehen. vom schreibtisch aus auf eine hügellandschaft, dunkel gesäumt, nadelwald wohl. mittig davon, parallel zum horizont, eine straße, mit spärlich gesetzter beleuchtung. das weißt du nur aus der nacht, aus jenen momenten also, wenn die lichtkegel sich ruhig durchs bild schieben, eine helle linie durch deinen ausblick ziehen. am ende deiner sicht, kleine bäume, abgetönte felder, weiter aufziehendes licht. schön ist das. so eine ruhe in allem. du öffnest das fenster, wind zieht durch den raum, zieht ein, verblättert seiten offen liegender bücher, bringt bewegung in deinen morgen. du aber bleibst sitzen, schreibst weiter.

weite ist schwer zu definieren, denkst du jetzt, auf der suche nach begriffen, für eben diese weite oder ferne, die sich im abnehmen der farbgebung zeigt, im verschwimmen von flächen und deren begrenzungen, im auflösen von konturen und im zusammenziehen deiner augen, diesem versuch, die ferne scharf zu stellen, ihr näher zu kommen. aber natürlich, das gelingt nicht, weder jetzt noch morgen, manches bleibt in der ferne, wahrt ungewisses, das nicht aufzulösen ist, zumindest für dich, »morgens, die dinge sind noch unberührt.« (jan skácel)

dann die falken. und wie weit ihre flügel reichen, fragst du dich, ihre spannbreite oder spannweite, der unterschied ist dir gerade nicht klar, aber die falken halten ihr gefieder fest am körper, wirken in sich gedrängt, in sich gezogen, diese beiden jungtiere, direkt unter deinem fenster, etwa anderthalb meter abstand, vielleicht ein klein wenig mehr. ein gemauerter vorsprung wohl, auf dem sie sitzen, unter dem dach, dann, wenn aus ihren schnäbeln die hohen töne kommen, stakkatoartig, wie schneller flügelschlag, sie nahrung einfordern, vielleicht auch zuneigung, auch das rührt dich an, ihr plusterndes gefieder, und wie sie ihre köpfe einander zuwenden, in seltenen momenten auch dir. und dann dieser moment, wenn kamera und falkenauge sich begegnen, einander fixieren, das auslösen des bilds, das einlösen einer wahrnehmung und dann die beiden falken verschwunden, aus dem bild gelöst, still ist es wieder.

zwei | vortasten (26.7.17)

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dein zimmer liegt oben. du gehst stufe um stufe, das geräusch alter holzdielen übertönt deine schritte. vorbei an türen, an lichtschaltern, schwarz und rund, das kennst du noch von früher, an fenstern, an vorsprüngen, an aussichten gehst du vorbei. drei oder vier stockwerke sind es, das weißt du nicht genau, trittst ein. der raum kennt dich jetzt schon ein wenig, das spürst du, still ist es. unter dir jetzt der ort, dach um dach aneinandergereiht.

später gehst du in den hof, in umgedrehter reihenfolge der ablauf jetzt, auch das drehen der schlüssel, erst in deiner zimmertür, dann in der zwischentür, schließlich die alte holztür. treppenstufen gehst du hinab, zögernd, es regnet. stark regnet es und du ziehst den kopf ein, aber natürlich, das nützt nichts, gehst weiter von einem torbogen zum andern. der grad der nässe zeigt dir die entfernung an, mal mehr mal weniger, und so langsam begreifst du, dass du nun an diesen ort bist. bleiben wirst. ein paar tage. zwischen vorburg und burg. spazierst nun, in diesem großen innenhof, ein echoraum, jetzt aber ist es ruhig, die geräusche des dorfes enden an der burgmauer. du querst den innenhof, vorbei an alltagszeichen, die auf ein jetzt schließen lassen, schilder, die aufs museum verweisen, öffnungszeiten anzeigen, dich willkommen heißen, dir zugang ermöglichen, aber jetzt nicht, und irgendwie doch, denn alle anderen sind draußen, während du in der burg bist.

vor einem der hinteren burgausgänge eine zimmerpflanze. auf dem boden stehend, ein grüner übertopf, regen rinnt durch die dunkelgrünen blätter, tropft aufs nasse pflaster, so etwas anrührendes steckt in diesem bild und du hältst es fest, nicht nur mit deiner kamera, sondern irgendetwas in dir hält daran fest, und dann gehst du weiter, hältst inne, drehst wieder um. das große burgtor noch offen. ein hohes dunkles tor, aus zwei ineinanderhängenden teilen, die man anheben, aber erst den großen haken aus der wand nehmen muss, das ist wichtig, sonst hängt das tor zu tief, schleift am kopfsteinpflaster, das tor also erst zusammenschieben, wie den herausgelösten falz eines akkordeons, und dann aufklappen, dann schließen. aber soweit ist es jetzt nicht, denn das tor ist offen und du gehst weiter durch den regen, gehst die kleine steile straße hinab, suchst die alte schmiede. gehst vorbei an häusern mit gepflegten geranien begonien petunien, pflanzen, die so etwas landähnliches verheißen, in ihren kleinen balkonkästen, eingegrenzten balkonländern, und diese länder liegen nahe und doch so fern, und du gehst weiter, den berg hinab. menschen siehst du kaum, es regnet, ein kopf bewegt sich hinter eine scheibe, du nickst, grüßt, ein schemenhafter rückgruß dann, ein zeichen, ein schönes.

eins | ankommen (25.7.17)

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sich einen raum zu eigen machen. den fremden raum sich zu eigen machen. wollen. eigentlich. stille bei jedem geräusch. erst einmal. neues hören. so ist das. also. die hände beobachten. die eigenen. wie sie das fenster öffnen. erst einmal eines. ohne gewohnheit. unsicher. die finger. die sehnen, auch die muskulatur. überzeichnet. vom gegenlicht. ein suchen nach mechanismen. der automechanismus verloren ja. kurzzeitig. nach haken und riegeln greifen. richtungen ausprobieren, nach oben nach unten, nach osten nach westen, schieben, richtungen ändern. fortlaufend. dann. endlich. das fenster öffnen. zeitspannen durchlassen. durchlässig werden. zeit anpassen oder sie überhaupt erst jetzt bemerken. im ohr ein kind haben, das nach der mutter schreit. nicht das eigene. nicht anzueignen. ein seltsames gefühl. und so also eignet man sich einen raum an. stück für stück. mit kleinen griffen. eignet man sich an. sich selbst. im fremden. oder ist es der raum. der einen aneignet, einen zu eigen macht. inkorporiert. annähernd. nähe suchend. im geruch. im staub. in diesen noch unbehausten dingen.

 

dann. kehren. einen besen zur hand nehmen. von der wand zum körper fegen, immer zu sich selbst fegen. auch so ein automatismus. der jetzt aber greift, der um sich eher um dich greift. den raum verändert, spürbar. im augenwinkel, plötzliches. ein falke wohl, ein jungtier vielleicht. blassgefiedert. ob die jahreszeiten stimmen, ist jetzt nicht zu klären. sie sind einfach da. nicht nur der vogel. in schemen vorm fenster. lösen sich auf. horizontähnliches. vielleicht aber auch deine augen zu klein, alles andere zu groß. wer weiß das schon. jetzt in diesem moment. wo der raum eine neue größe gewinnt. also die größe, die du ihm zugestehst. denn du bist neu. hier. ist noch nicht klar, wer wen ins maß nimmt und welche maßstäbe angesetzt werden. das weißt du nicht. noch nicht. und das zählen von schritten von einer wand zur anderen bringt dich jetzt nicht weiter. jetzt nicht. noch nicht. wo deine schritte außer sich sind, so einen echoklang erzeugen. platz also ist für hall, das klingt nach etwas großem. denkst du. aber dein blick. federt hin und her, federt zwischen balken und rauputz, weiß. und weiß ist eine schwierige farbe, weil sie keine farbe ist. und du darin keinen punkt ausmachen kannst, keinen halt findest. fürs auge. vielleicht auch für dich. aber halt brauchst du jetzt auch nicht. eigentlich. denn im weiß lässt sie nichts ins maß nehmen, weder du, noch der raum, noch die zeit. und das ist gut so. denn du kommst gerade erst an.