Stadtschreibergespräch am 23. August

Übermorgen gibt’s zwei neue Texte von mir: 20 Uhr zur Schmiede. Ich hab mich auch mal wieder im Dichten probiert und das kam dabei raus:

 

Nur auf ein Wort

Nur auf ein Wortlein habe er
und von gar weitem Lande her
sich eingefunden, es zu sagen,
und sagt’s,
und dank’- und bittesehr
(noch mehr aus Anstand denn Betragen)
von links nach rechts, von hin nach her.

Da geht ein Flüstern durch die Reihen,
„Sie mögen mir die Frag’ verzeihen:
Was war das Wort, das er gesagt?“
„Das hab ich auch schon rumgefragt!“
Und wie es laute, was er kaute,
was er verlispelt-schluckt-schmatzt-saute!
Trotzdem die Jubelrufe branden,
man schaut nach links, man schaut nach rechts:
Es hat kein Mensch das Wort verstanden.

Der Wortgereiste auf der Bühne
verbeugt sich, edler Dichterhüne!,
er beugt sich so tief, ohne Mist!,
dass er die eignen Schuhe küsst.
So kennt er es, er kennt sich aus:
zum einen rein, zum andern raus,
nur auf ein Wort, und dann:
Applaus.

 

 

 

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