Ausfahrt IV

Den Berg hinab, am Wisentgehege vorbei und wieder hinauf – ich schiebe natürlich, die Kette ist lose und rutscht bei jedem stärkeren Tretwiderstand. Ich rolle über den Ackerpfad, die Reifen sind zum Glück breit genug, drängen die größeren Steine, das lose Geröll beiseite. Das Korn steht weit, es rauscht in den Bäumen.

Kurz vor Pößneck drosselt ein Tempo-30 Schild mein wildes Fahrtspiel. Gleich danach folgt ein Stück sandiger Straße – gleich ist mir das Terrain vertraut, erinnere ich mich an meine Zeit als Testfahrer in New Mexico.

Am oberen Friedhof vorbei zu Kaufland, darüber ist nicht viel zu sagen; auf dem Rückweg uriniert ein Holzländer im Schutz des PKW an die Friedhofsmauer, es geht die steinige Ackerspur hinauf, ich schiebe, sehe die grünen Hügel, die Bäumchen darauf. Mögen es Zypressen sein, der Baldachin darüber wirkt samtblau, doch gleich neben diesem mediterranen Hain grollt und tuckert es – ein roter Traktor zieht einen Anhänger, vielleicht ein Silo- oder ein Tankwagen, ich kenne den Begriff nicht, ins Tal.

In Ranis angekommen: Pommes, Schnitzel und ein kleines Rosenpils in der überdachten Sitzgruppe, der Jägerschenke (wieder bin ich mir der Terminologie nicht sicher) des Imbiss.

Ja, ein Imbiss in Ranis! Nun bin ich schon eine Weile hier, war auch vorher manches Mal da, aber nie habe ich um den Imbiss gewusst. Es gibt auch kein Schild und der Parkplatz hinter dem Burgcafé ist für den wandernden Schreiber kein Ereignis. Nun werde ich dort, in dieser schönen Ecke, also das ein oder andere Bier, manchmal eine Knacker oder auch ein Brätel zu mir nehmen, wenn die heimische Küche kalt bleiben soll.

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